Tiertrauer - wenn Tiere sterben

Manchmal geht es zu schnell – der Tierarzt kann nicht mehr helfen, das geliebte Tier wird eingeschläfert und zurück bleibt ein dumpfes Gefühl von Leere unterhalb des Knies. 

 

„War’ doch nur ein Hund, eine Katze, ein Vogel, ein Fisch, kauf’ dir doch ein neues“, das hören trauernde Tierbesitzer oft. Es scheint als wäre es lächerlich, wegen eines Tieres mehr als eine Woche zu trauern. Dabei ist das völlig normal: Wir trauern um das, was wir lieben. Wir trauern um gemeinsame Erlebnisse und um die Zukunft, die wir jetzt ohne ein wichtiges Familienmitglied gestalten müssen.

 

Haustiere sind oft mehr als unterhaltsame Begleiter, sie sind Familienmitglied, Partner- und Kindersatz und Therapeut. Tiere nerven nicht mit guten Ratschlägen, Tiere handeln, indem sie einfach da sind. Sie ziehen uns in den Moment, in die Gegenwart.  



Einschläfern ... und dann?

 

Was ist, wenn diese Lebenspartner sterben, und man selbst als Besitzer womöglich noch den Zeitpunkt des Einschläferns bestimmen muss, sich also selbst das Liebste nimmt? Eine tiefe Trauer entsteht, und das ist auch normal. Vielleicht reagiert das Umfeld jetzt auch mit Unverständnis, es sieht das Tier eben wenig emotional als "Sache" die man schnell ersetzen kann. 

 

Wenn man das Haustier aber als Partner sieht und versteht, wieviel Emotionen und Selbstfürsorge über das Tier beim Menschen passiert, dann ist es wichtig, für diesen Verlustschmerz einen Raum zu bieten. 

 

Tiertrauer ernst nehmen

Trauer um Tiere verhält sich sehr ähnlich und gleichzeitig ganz anders als die Trauer um Menschen. Gut begleitet, durch ein verständnisvolles soziales Umfeld oder professionelle Trauerbegleitung, kann ein Abschied von der Schuld und vom Tier stattfinden, die Trauer verläuft kurzweiliger und irgendwann ist eventuell sogar Platz für ein neues Tier. 

 

Für uns ist die Tiertrauersprechstunde ein ganz wichtiges Angebot für Menschen, die das Gefühl haben, zwischen Schuld und Einsamkeit verloren zu gehen, wenn ihr Hund, ihre Katze, ihr Goldfisch, ihr Pferd oder Flügeltier stirbt.  

 

Unser Tipp: 

Wenn jemand in deiner Umgebung um sein Tier trauert, dann sei für diese Person da, auch wenn du die Trauer nicht nachvollziehen kannst. Trauer kann man nicht bewerten, jeder Mensch hat seinen eigenen Schmerzhorizont. Indem du Trauer respektierst, ernst nimmst und dem ganzen Zeit gibst, hilfst du diesem Menschen mehr als mit gutgemeinten Ratschlägen.

Wie sag ich es den Kindern?

Viele Menschen kommen bereits im Vorfeld zur Tiertrauersprechstunde, weil eine Einschläferung ansteht, oder das Tier bereits sehr alt oder eine schlimme Diagnose bekommt. Weil es schwierig ist, dem Kind das Einschläfern nahezubringen, wenn man es selbst nicht begreifen kann. Weil wir auch Tipps geben, wie man sich gut auf den Moment vorbereiten kann. 

 

Unser Tipp:

Nimm dir Zeit für diesen Moment. Das Sterben, den Tod und die Trauer zu zelebrieren, zu wertschätzen, ist ein heilsamer Schritt für den Trauerprozess. Kinder können gut miteingebunden werden. Ein letzter Pfotenabdruck mit Knete oder Wasserfarbe, ein selbstgemaltes Bild mit ins Grab im Garten oder eine Trauerrede für das verstorbene Tier – sich mit dem Moment zu beschäftigen, lenkt ab und macht aus dem schrecklichen Ereignis ein ganz feierliches, das der Liebe zum Tier gerecht wird und dem Kind zeigt, dass ein Lebewesen auch nach dem Tod nicht zu einer "Sache" wird, sondern geliebt und wertschätzt wird. 

Warum zur Trauerberatung?

Das Ziel unserer Tiertrauersprechstunde ist immer, aktuelle Themen zu entschärfen und entweder im Austausch mit anderen Tierbesitzern oder im Einzelgespräch einen guten, positiven Plan für sich selbst zu entwickeln.  

Du bist nicht alleine – komm vorbei.

In einer kleinen Gruppe, angeleitet von Trauerexpertin Anemone findet in der Trauerberatung Vergiss Mein Nie in Hamburg alle 14 Tage ein entspannter Austausch über die Leere statt, die der Tod des Haustieres hinterlässt.

 

In kleiner Runde besprechen wir Themen wie z.B. Schuldgefühle nach dem Einschläfern, die Erklärungsnot den Kindern gegenüber, die eigenen Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit und die Rechtfertigung der eigenen Trauer im Umfeld.

 

Einzel- oder Gruppe?

Je nach Teilnehmerzahl ist es eine Einzel- oder Gruppensprechstunde in Hamburg für alle, die ein Tier verloren haben oder noch verlieren müssen.

 

Wenn du grundsätzlich eher eine Einzelberatung buchen möchtest, dann nimm gerne Kontakt unter hallo@vergiss-mein-nie.de mit uns auf, dann machen wir das möglich. 

 

Unsere Tiertrauer-Sprechstunde ist der Ort, um sich auszutauschen über Schuldgefühle, große Vermissung, Trauer, Unverständnis aus dem Umfeld und um gemeinsam aus der Trauer etwas neues zu schaffen – mit kreativen Übungen, Stresslösungen und Selbstreflektionen. 

 

 

Egal, ob ihr um euren Hund, Katze, Hamster, Pferd oder Goldfisch trauert: Fühlt euch herzlich willkommen. 

 

Termine: 2x im Monat, jeweils Mittwochs, 19-20 Uhr