Trauerwissen & Trauertheorie · 07. Februar 2020
Vergessen ist in der Gesellschaft ein Zeichen von Schwäche, von Kontrollverlust. Vergesslichkeit nervt. Dabei ist das einer unserer größten Stärken. Wir vergessen viele Fakten. Wie hieß noch mal der Ort, an dem wir damals Urlaub gemacht haben? Die ehemalige Klassenkameradin, die man zufällig an der Kasse trifft? Man kann sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Und das ist ein sehr wichtiger Prozess, denn das Vergessen hilft uns, Wesentliches vom Unwesentlichen zu trennen.
Trauerwissen & Trauertheorie · 31. Januar 2020
Wie ist das mit den schlimmen Erinnerungen? Soll man ihnen nun eine Bühne geben, auch wenn es sich schmerzhaft anfühlt, oder sollte man den Trauernden davor schützen? Es ist nicht einfach zu beantworten. In der Trauerbegleitung ist es sicherlich wichtig, sich nicht nur der Harmonie hinzugeben, sondern auch über traumatische Erlebnisse, Wut und Konflikte zu sprechen. Dieser Prozess muss aber begleitet werden.

Trauerwissen & Trauertheorie · 24. Januar 2020
Wir verstehen es als Verantwortung des Erinnerungsbegleiters, den für den Trauernden richtigen Zeitpunkt zu finden und genau zu wissen in welcher Trauerphase sich alle Beteiligten befinden. Die große Gefahr ist, in der Vergangenheit „hängenzubleiben“. Erinnerungen sollen immer prozessfördernd, als Auslöser für wiederkehrende Trennungserlebnisse wirken. Also immer wieder die Distanz zwischen dem Hier und dem Damals betonen. Ohne beides zu bewerten.
Aus der Erinnerungswerkstatt · 17. Januar 2020
Wir enstehen Erinnerungen? Unser Gedächtnis ist zwar kein Archiv im herkömmlichen Sinne, aber es enthält Unmengen von Informationen und Erinnerungsspuren aus unserer Vergangenheit. Nicht alles ist gleich wichtig. Bedeutend für unsere Gegenwart und Zukunft sind vor allem die autobiografischen Erinnerungen. Sie sind ein Fundus, aus dem wir unsere Motivation und unser Selbstverständnis immer wieder neu schöpfen.

Aus der Erinnerungswerkstatt · 10. Januar 2020
Was ist Erinnerung? In unserem Leben erinnern wir uns an alle möglichen Begebenheiten. An die aufregenden und schönen Erlebnisse, aber auch an die traurigen und schrecklichen Momente. Wenn ein Mensch von uns geht, den wir sehr geliebt haben, dann erinnern wir uns oftmals fast ausschließlich an die guten Seiten, die uns mit diesem Menschen verbinden. Wie wie kann man Erinnerungen für die Trauerarbeit nutzen?
Aus der Erinnerungswerkstatt · 03. Januar 2020
Die Erinnerung setzt Energie frei, macht glücklich. Wie geht Trauerarbeit mit Erinnerungen? Durch einen kreativen Ansatz werden die Erinnerungen alltagstauglicher gestaltet. Sie können mitgenommen werden ins neue Leben. Die persönliche Überlebensschuld in Form eines Schuhkartons voller Fotos des Verstorbenen starrt nicht mehr vorwurfsvoll unter dem Bett hervor. Es findet aber auch keine Verherrlichung statt.

Aus der Erinnerungswerkstatt · 30. November 2019
An einem sonnigen Herbsttag sitzen Ayse und ihre acht Jahre alte Tochter Mavi bei uns im Büro. Sie möchten uns ihre Erinnerungen an Opa Dede erzählen, der letzten Sommer gestorben ist, was sie besonders gut erinnern, das beste Erinnerungsstück überhaupt, was sie mit Opas Zähnen gemacht haben und wie es Opa Dede jetzt wohl geht.